Die Sache mit den Schüsseln

Als ich mich so durch der Frau Hilde ihren Blog las und auf diesen Artikel stieß, musste ich sehr lachen. Denn ähnlich ergeht es mir, allerdings halbwegs regelmäßig *umfall* (eines dieser Kompromissdingse, ihr wisst schon…).

Meinen ersten Tupperabend habe ich mit Anfang 20 besucht und ihn fluchtartig vor Ende verlassen. Wenn ihr denkt, ihr kennt eure Freunde gut, dann besucht mit ihnen gemeinsam einen Tupperabend – da tun sich Abgründe auf! Danach haben mich keine 10 Pferde mehr auf eine solche Tupperparty gebracht. Keine Chance.

 
Aber dann kam der Dreh- und Angelpunkt in meinem Leben – der Umzug. Wie schon mehrfach geschrieben, ich liebe mein Dorf sehr, aber hier ist halt alles ein bißchen – wie soll ich sagen – langsamer im Fortschritt. Schon bald kam, was kommen musste: eine Einladung zur Tupperparty von der Nachbarin. War ja nett und ich wollte nicht unhöflich sein, ausserdem fand das ganze noch nachmittags statt, also begab sich das Landei auf zur Tupperparty.

 
Nun denn, ich saß da so und freute mich über den leckeren Kuchen den es da gab, versuchte mir mein Erstaunen über den neusten Blödsinn nur sehr bedingt anmerken zu lassen und saß und aß und saß und aß – bis mich die nette ältere Dame neben mir anlächelte und sagte: „Na, Ihnen schmeckt’s ja wohl“ 😳

Gekauft hab ich natürlich auch was, ich hatte vom zweiten Landei genauste Anweisungen, was zu besorgen sei – denn auch wenn die viel viel überflüssiges Zeug haben, die stinknormalen Schüsseln sind einfach gut. Wenn man die doch nur einfach im Laden kaufen könnte…

Daraufhin ereilten mich in kürzester Folge, sprich innerhalb von 4 Wochen noch 5 weitere Tuppereinladungen – aber so ein dickes Fell hab ich dann doch nicht.

 
Nach einiger Zeit kam dann die Einladung von der Tochter meiner anderen Nachbarin – anscheinend gehört der erste eigene Tupperabend zum Debüt der jungen Damen dazu. Weil ich das Mädel und meine Nachbarin mag, bin ich dann da auch wieder hin gegangen. Um festzustellen, dass da 5 begeisterte Anfang 20erinnen auf dem Sofa saßen und von Tupper gar nicht genug bekommen konnten… ich hatte am nächsten Tag einen steifen Nacken vom Kopfschütteln.

Den letzten Tupperabend musste ich schließlich über mich ergehen lassen, weil ich eine Reklamation hatte. Und fühlte mich (wie bei jedem Tupperabend und wie auch von Frau Hilde gefühlt) wie in einer Comedyshow. Da steht eine gelernte Köchin vorne und erzählt mit leuchtenden Augen vom Kochen mit Tupperschüsseln in der Mikrowelle. Ich habe sehr viel Bier getrunken an dem Abend und so schnell braucht mir echt keiner mehr mit Tupperparty kommen.

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5 Antworten zu Die Sache mit den Schüsseln

  1. giftigeblonde schreibt:

    Lach!
    gggggg, so ähnlich empfinde ich auch.
    Meine letzte Party war vor ein paar Monaten, da wollte ich meiner Freundin keine Absage erteilen.
    Und ich hatte eine Liste was ich kaufen sollte.

    Solche Getränkeflaschen die meine Tochter dringend zu brauchen meinte, weil sie doch ab Oktober zur Uni kommt und nicht immer Wegwerfflaschen mitnehmen wollte.
    Leider sind diese Tupper Flaschen sowas von grauslich, ich krieg den Plastikgeschmack nicht raus,…jetzt fristen diese Dinger ihr Leben in der untersten SChublade, zum Wegwerfen waren sie zu teuer.
    Aber es bestätigt, ich brauch kein Tupper um glücklich zu sein, auch andere Firmen haben klasse Schüsseln!

  2. frauhilde schreibt:

    Bei euch gab’s Bier?
    Hehe, bei uns wurde stilecht mit Prosecco angestoßen, damit auch wirklich sämtliche Klischees erfüllt waren …
    Ich fühlte mich ein bisschen wie im Zoo. Oder bei Star Trek (“ … dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“).
    Aber man muss das auf jeden Fall mal mitgemacht haben.
    Und hei, das Obstmesserchen ist wirklich, wirklich gut.

    • daslandei schreibt:

      Ich glaube hier ist so regional gesehen Bier stilechter 😉 Die ersten Tupperabende waren aber auch klassisch mit Sektchen!

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