Weihnachtsfeiern

Ja, es ist wieder Zeit der Weihnachtsfeiern. Alle sind in Hektik, von einer Weihnachtsfeier zur anderen und rennen vor lauter Besinnung in die Besinnungslosigkeit. Ich habe nur 2 Weihnachtsfeiern zu absolvieren und bin froh darum.

Eine habe ich schon hinter mich gebracht. Habe mich mit meinen Kollegen unterhalten, wir haben gelacht, uns ausgetauscht, eine kleine Andacht war auch Bestandteil… soweit wirklich schön und nicht überladen.

ABER – und nun kommt mein großes ABER. Ich bin einfach kein guter Gast. Ich koche gerne und bis jetzt ist auch jeder, er was von meinen Kochkünsten probiert hat, wieder gekommen. Ich sehe es nicht ein, in einem Lokal verhältnismäßig viel Geld für Essen auszugeben, was qualitativ schlechter ist, als das, was ich zu Hause in meinen Töpfen koche. Ich koche zu Hause frisch, „Tüte auf und umgerührt“ gibt es bei mir nicht. Ich koche Fonds aus Knochen vor, eine Suppe hat bei mir stundenlang auf dem Herd geblubbert. Das schmeckt mir besser, ich vertrage es besser und es macht mir einfach Spaß. Deshalb sehe ich es nicht ein, für Tütensoße, lieblos angemanschtes TK-Gemüse (und ich habe gar nichts gegen gut zubereitetes TK-Gmüse) und ein schlechtes Stück Fleisch Geld auszugeben. Und leider trifft man genau diese Zubereitungsarten hier auf dem platten Land relativ häufig. Dass sich ein Koch nicht in seiner Berufsehre gekränkt fühlt, wenn er so etwas vorsetzen muss? Wobei ich auf der anderen Seite immer wieder erstaunlich finde, was die anderen Menschen am Tisch so alles „lecker“ finden oder ihnen schlichtweg egal ist, was sie in den Mund stopfen. Brrrr….

Erschwerend kommt hinzu, dass ich selber einige Jahre „Gastronomie“ auf dem Buckel habe. Seit ich alt genug war habe ich immer wieder in der Gastronomie gejobbt, kenne nahezu alle Facetten – was mich zu einem noch viel schlechteren und kritischen Gast macht. Nein, während einer Andacht einer geschlossenen Gesellschaft kann ich als Bedienung nicht fragen, ob man mit dem Essen anfangen will und schon mal die ersten Platten auf den Tisch stellen. Auch in einer Dorfwirtschaft möchte ich ein Rotwein – oder zumindest ein neutrales Weinglas zum Rotwein haben – kein Weißweinglas. Schlechte Laune? Geht den Gast nichts an! Man muss sich als Bedienung nicht alles gefallen lassen – aber auch als Gast nicht. Finde ich!

Deshalb gehe ich nicht gerne essen und freue mich auf die 2. Weihnachtsfeier, die in einem kleinen privaten Rahmen stattfinden wird.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Nikolaustag!

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9 Antworten zu Weihnachtsfeiern

  1. meinesichtderwelt schreibt:

    Oh, da pflichte ich dir gerne bei, Tütensuppen und Fertigessen, wenn ich Essen gehe geht auch gar nicht! Und schlechter Service noch weniger. Dann wünsch ich dir eine 2. schöne Weihnachtsfeier – ganz liebe Grüße

  2. giftigeblonde schreibt:

    Stimme dir in allen Punkten zu.
    Aber es gibt auch Dorfgasthäuser die sehr wohl kochen können, wir haben hier eines, da gehe ich jederzeit hin essen. Weil da kocht der Chef persönlich, und ich weiß das der weiß was er tut.

    Weihnachtsfeier habe ich nur eine und auf die freue ich mich, die findet mit meinen Freundinnen statt 🙂

    Liebe Grüße!

  3. psychoberta schreibt:

    Kenn ich so gut!!! Das Essen hier ist auch in vielen Gaststätten schrecklich. In der Stadt müssten die zu machen! Und man sitzt ewig mit leeren Gläsern da, weil im Nachbarraum die Glotze läuft. Oder man wird vergessen oder es wird was Falsches gebracht. (Hab ne Weile gekellnert. Gucke also auch kritisch auf den Service.) Und wenn ich mecker, schauen die anderen am Tisch mich blöd an und ich denke dann wirklich, ich sei pingelig. Puh.

    • daslandei schreibt:

      Ja, so geht’s mir auch oft. Aber pingelig hin oder her – ich zahle da für, dann erwarte ich auch was dafür. Das ist sicherlich in einer Dorfkneipe weniger als in einem Sternelokal – aber so ein Mindestmaß sollte dann doch erreicht werden…

      • frauhilde schreibt:

        Uh, nee, das geht gar nicht. Fertigessen in einem Restaurant, also dann kann ich mir auch Supermarktfraß kaufen und in die Mikrowelle schmeißen.
        Ich stelle allerdings fest, dass es auf dem Land oft kleine Gasthäuser gibt, die hervorragendes Essen haben, während es in der Stadt (wenn man nicht gerade in ein Sternerestaurant geht) oft von schlechterer Qualität ist.

      • daslandei schreibt:

        Ich denke, es gibt überall solche und solche – aber hier die Dorfkneipen sind schon ne Geschichte für sich 😉 Problem ist halt, wenn man sich noch nicht auskennt. In und um zu Hause würden mir jetzt spontan 10 Lokalitäten einfallen – hier muss ich suchen.

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