Mein Hund – Freund und Arbeitskollege

Heute möchte ich euch etwas von meinem Hund erzählen. Bei mir auf dem Hof hat ja so jeder seinen Job – Mensch und Tier. So auch mein Hund. Er wurde bei mir geboren und sollte eigentlich gar nicht bleiben. Seine Geschwister zogen aus – und er hatte keinen Interessenten. Das ist kein Problem für mich, wenn ich einen Wurf habe und es bleibt einer „übrig“, dann lernt er eben bei mir die grundlegenden Dinge und bis jetzt hat immer jeder Welpe sein perfektes zu Hause gefunden. Manche erst mit einem Jahr, dafür war es dann aber auch DAS zu Hause.

Anders bei Rüdiger – der natürlich im echten Leben soooo jetzt nicht heißt, der aber dank Frau Hilde nun hier diesen schicken Namen bekommen hat 😉 Er blieb also „übrig“ – und hat sich innerhalb kürzester Zeit so in mein Herz geschlichen, dass er bleiben durfte. Normalerweise bin ich da ziemlich immun – sonst könnte ich keine Hunde züchten und praktischerweise machen die mit 8 Wochen so viel Dreck und Arbeit, dass man sich dann auch freut wenn einer nach dem anderen auszieht.

Nun ja, Rüdiger wuchs und wurde immer herziger, nichts passte zusammen – bis schließlich ein stattlicher Kerl vor mir stand. Er ist wirklich der netteste und freundlichste Hund den ich kenne. Er hat sich noch nie von sich aus mit einem anderen Hund angelegt, er geht offen und freundlich auf alles zu, ob Rüde oder Hündin, ob groß oder klein.Er ist immer gut gelaunt, manchmal etwas übermotiviert, aber immer bereit alles zu geben.

Ich bilde meine Hunde sehr langsam aus. Sie brauchen und haben Zeit sich zu entwickeln. Die Ausbildung braucht immer wieder Pausen, in denen sich gelerntes setzen kann. Manchmal habe ich auch schlichtweg keine Zeit mich weiter mit der Ausbildung zu befassen. Und dann kommt der Tag, an dem man mit dem Hund nach einer Pause ans Vieh geht – und es klappt. Nicht perfekt, aber so, dass man merkt, dass es beim Hund klick gemacht hat. Das ist auch der Tag, an dem der Hund sehr stolz auf sich selber ist.

Bis ich einen Hund vollverantwortlich für die Arbeit einsetze, ist er durchaus mal 3 oder 4 Jahre alt. Das spielt hier bei mir aber keine Rolle und mit den Jahren habe ich einfach die Erfahrung gemacht, dass ein Hund diese Zeit braucht. Viele Kollegen belächeln das – für mich ist es der richtige Weg.

Rüdiger hat sehr lange gebraucht im Verhältnis. Was auch dran liegt, dass sein Nervenkostüm nicht das Beste ist – was es für mich oft schwierig gemacht hat, denn ich bin leider nicht sehr geduldig. Und für „Sonderaufgaben“ wie Prüfungen oder Vorführungen wäre Rüdiger nicht zu haben – er würde rechts mit links verwechseln, sich von meiner Nervosität anstecken lassen und am Ende wäre Chaos. Das weiß ich und deshalb würde ich ihm solche Sachen auch nicht zumuten.

Aber hier auf dem Hof ist er mein zuverlässigster Helfer. Nicht, dass wir nie „Streit“ bei der Arbeit hätten – aber wenn es drauf ankommt, dann gibt er alles.

Nein, auf diesen Arbeitskollegen kann und möchte ich nicht verzichten!

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5 Antworten zu Mein Hund – Freund und Arbeitskollege

  1. psychoberta schreibt:

    Rüdiger … 🙂 Da muss ich an den kleinen Vampir denken. Wenn der echte Name deines Arbeitskollegen auch nur halb so cool ist… Schöner Text, mit viel Herz.

  2. frauhilde schreibt:

    Huch? Ich könnte mich an keine „Namensgebung“ erinnern.
    Aber falls du mal einen R-Wurf hast – den Namen Rüdiger find ich toll! 😉
    Als was bildest du ihn aus? Wacht er über Haus und Hof oder arbeitet er mit den Schafen?

  3. handvolldackel schreibt:

    Und genau so soll es doch auch sein, oder? Ich hatte einen meiner Hundeerziehungs-Aha-Momente mal, als ich beim Zappen bei einer Sheep Dog Trials Doku bei Arte gelandet war. Das war faszinierend, ganz anders, als mir in der Hundeschule immer beigebracht worden war, redete der Schäfer fast ununterbrochen mit seinem Collie („Mehrnachrechtsmehrnachrechtsrechtsrechtssoistgut“).
    Ich war begeistert.
    Nun ist ein Dackel kein Schäferhund und ist nicht so unbedingt daran interessiert, seinem Halter zu gefallen, aber ein wenig habe ich das auch bei uns eingebaut, klappt viel besser als Leinenruck und so weiter.
    Und keine Angst, ich lege mir bestimmt keinen Border Collie zu, die stehen ganz oben auf meiner Liste, welche Hunde in einer Großstadt nicht gehalten werden sollten.

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