Warum tut man sich das an?

Ich mag Weihnachten. Versuche, die Adventszeit einigermaßen ruhig über die Bühne zu bekommen und gerade auch die Weihnachtstage zu genießen. Eigentlich seit ich zu Hause ausgezogen bin, war Weihnachten immer eine klare Sache. Wer möchte, ist herzlich willkommen, dieses „ich muss aber heute zu meinen Eltern“ gab es aber nie. Jahrelang bin ich Weihnachten auch zu meinen Eltern gefahren – und irgendwann kam der Punkt für eine Wende. Schon vor meinem „Ausstieg“ in ein neues Leben am anderen Ende von Deutschland und schon bevor ich nicht mehr so einfach weg fahren konnte, weil ich hier die Tiere zu versorgen habe.

Inzwischen ist es so, wer Weihnachten mit mir verbringen möchte, der kann das gerne tun und ist dazu jederzeit herzlich Willkommen. Ich koche gerne, ich habe gerne Gäste – und trotzdem geht hier alles in meinem Rhythmus und in dem meines Hofes. Da gibt es auch kein wenn und aber und „es gab doch immer schon um 18 Uhr Bescherung“ – hier nicht. Punkt. Das ganze funktioniert auch echt gut, bis jetzt gab es Weihnachten mit Gästen, Weihnachten ohne Gäste, Weihnachten, welches wir mit Freunden in der Nachbarstadt verbracht haben – und es war immer stressfrei und schön.

Umso trauriger und verständnisloser macht es mich ehrlich gesagt, wenn ich immer wieder auf Geschichten treffe wie: „:roll: heute müssen wir zu Eltern/Schwiegereltern/Onkel/Tante…“ – warum? Klar würden die sich evtl freuen – aber im Endeffekt läuft das doch dann immer auf die alte Geschichte raus, dass erzwungene Weihnachtsstimmung einfach nicht funktioniert! Andersrum bekomme ich dann am 2. Weihnachtsfeiertag wieder mit von einer Bekannten: „Ich muss mich beeilen, die Kinder und Enkel kommen heute und ich muss 14 Leute verköstigen“ – da war auch offensichtlich keine Lust dazu da. Auch wenns merkwürdig ist und man ein bißchen Mut braucht für den ersten Schritt. Warum ist man nicht mal ehrlich zueinander und sagt: Du, ihr könnt gerne kommen, aber bitte bringt irgendwas mit (wenn jeder was mitbringt, bekommt man nämlich ein ganz schönes Festmahl zusammen). Oder: Mir ist das Weihnachten zuviel mit den Kindern, die sind dann eh ausser Rand und Band.

Ich finde das immer schade, wenn ich die Hektik und Unzufriedenheit sehe, die offensichtlich auf beiden Seiten herrscht?!

Es gibt inzwischen immer mehr Leute, die an den Weihnachtsfeiertagen essen gehen. Das finde ich eine gute Lösung! Es muss sich keiner hinstellen, die Zeit ist begrenzt, man kann nach dem Essen jeder wieder seines Weges gehen – zumindest einfacher, als wenn die Omma dann sagt: „Aber ich hab doch extra noch einen Kuchen gebacken“… Und man kann es sich gegenseitig schenken.

Für all diejenigen, die sich vor den Weihnachtsfeiertagen grausen weil sie da irgendwas vermeintlich „müssen“: Traut Euch, zu sagen, was ihr wollt und was nicht. Natürlich werden nicht alle Seiten immer glücklich damit sein – aber besser, als dann wieder direkt vor Weihnachten da zu stehen und zu denken: 🙄 – Nicht schon wieder!

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3 Antworten zu Warum tut man sich das an?

  1. giftigeblonde schreibt:

    Liebes Landei, dem ist nichts hinzuzufügen:-)
    Schönes Wochenende!

  2. handvolldackel schreibt:

    Einer der Gründe, warum man sich das antut, ist das altbekannte „Aber das haben wir doch schon immer so gemacht“. Und das ist dann auch eine schöne Tradition, die man an die nächste Generation weitergeben kann. Wir regeln das mittlerweile so, dass wir Heiligabend für uns haben und am ersten/manchmal auch zweiten Weihnachtsfeiertag zu den Schwiegereltern fahren, damit können wir alle gut leben und dieses Jahr war’s auch ganz schön 😉

  3. frauhilde schreibt:

    Vollste Zustimmung!
    Mir tun die Leute immer leid; gerade an Weihnachten, wenn man wirklich mal zur Ruhe kommen sollte, sind sie völlig im Stress und irgendwelchen Traditionszwängen ausgesetzt (bzw. setzen sich denen selbst aus).

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