Dein Hund – ein Jäger

In der Zeit, in der hier viele Lämmer zur Welt kommen, schaffen es nicht alle draußen und alleine. Manche brauchen ein bißchen mehr Zuwendung, manche „nur“ ein bißchen Wärme, manche mehr – die hole ich dann zu mir ins Wohnzimmer, wo ich sie besser unter Kontrolle habe und es warm ist.

Nun habe ich ja auch Hunde. Immer wieder werde ich gefragt, warum denn die „armen“ Hunde eingesperrt werden. Meine Antwort ist für mich so selbstverständlich, dass ich mich immer wieder wundere, dass sich so eine Frage überhaupt stellt.

Ein Lamm ist ein potentielles Beutetier und der Hund ein potentieller Jäger.

Der Hund kann noch so lieb sein – er ist und bleibt ein Jäger. Der eine Hund hat mehr Jagdtrieb, der andere weniger, aber er ist bei allen vorhanden. Solange ich mit im Raum bin, stellt sich die Frage nicht. Keiner meiner Hunde wird es wagen, an die „Beute“ zu gehen, solange ich da bin (das gilt für meine Hunde!!! Mir fallen spontan 375 Fälle ein, in denen ich das nicht ausprobieren würde!). Und dann klingelt das Telefon oder ich muss aufs Klo oder es kommt jemand auf den Hof und schon ist der Hund doch alleine mit dem Lamm… Und um dem vorzubeugen, sind die Hunde in so Situationen ausgesperrt.

Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Menschen davon überzeugt sind, dass ihr Hund „so etwas“ nie tun würde. Aber warum? Warum sollte ein Hund nicht das tun, was zu seinen ureigensten Instinkten zählt? Der größte Auslöser für das Jagen ist Bewegung – es bewegt sich etwas schnell und beim Hund geht der Schalter um. Das ist auch ein Grund, warum sehr viele Hunde (und mitnichten nur Hütehunde – bei den Jagdhunderassen ist dieses Phänomen noch viel mehr verbreitet) auf Autos, Jogger, Fahrradfahrer reagieren. Meist wundern sich die Menschen, dass ihr Hund „ganz plötzliche“ auf einmal einem Fahrrad hinterher rast – leider hat der Mensch bis zu diesem Zeitpunkt schon einige Wochen oder Monate nicht auf die Anzeichen reagiert.

Ball spielen ist auch etwas, was den Jagdtrieb des Hundes durchaus anheizen kann. Der Hund rennt hinter dem Ball her (-> Reaktion auf die Bewegung des Balles) und hat umgehend Jagderfolg (-> er fängt die Beute, den Ball). Im Besten Fall bringt der Hund den Ball nun zurück, um den „Kick“, den Andrenalinstoß, nochmal zu bekommen. Und weil er ein gut erzogenes Herrchen hat, schmeißt es den Ball immer und immer wieder – und mit jedem Jagderfolg steigt das Selbstbewusstsein des Hundes. Oder aber Herrchen „jagt“ nun hinter dem blöden Hund her, der den Ball, seine Beute, nun keineswegs mehr mit Herrchen teilen möchte.

Also vergesst bitte einfach nie, dass auch euer Hund ein Jäger ist – und damit völlig normal.

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4 Antworten zu Dein Hund – ein Jäger

  1. handvolldackel schreibt:

    Ich verstehe die Frage auch nie – der Halter eines Terriers hat mir im Ernst mal erklärt, sein Hund wolle mit den Hasen nur spielen. Hmhm. Klar.

  2. handvolldackel schreibt:

    Nope. Aber die Frage stellt sich keiner. Ich wurde auch mal angepflaumt, warum ich meinen Hund anleine – auf einer Wiese voller Wildgänse.

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