Fassungslos

Heute bin ich fassungslos… Rüdiger und ich hatten eine Einladung. Wir sollten in der nächsten Stadt in einem Kindergarten ein bißchen was über unseren Job erzählen. Also genau genommen sollte ich erzählen und Rüdiger gut aussehen und sich streicheln lassen.

Kaum angekommen, waren wir von einer Horde lärmender Kinder umringt, Rüdiger hat sich vorbildlich von vorne bis hinten beknuddeln lassen und hat das überhaupt alles ganz prima gemacht.

Dann sollten alle Kinder rein und wir drinnen unsere Fragestunde machen (mit Rüdigerautogrammen in Form von Pfotenabdrücken 😀 ) – da sagt eine Erzieherin zu den langsameren Kindern: „Jetzt aber schnell rein, sonst jagt euch der Hund“. Und ich war einfach sprachlos. Und fassungslos. 😦 Und wäre am liebsten einfach gegangen. Leider bin ich dazu zu gut erzogen.

Zum einen weil Kindern damit ein völlig falsches Signal gesetzt wird – und zum anderen, glaubt die Tante allen Ernstes, ich wäre mit Rüdiger auch nur in die Nähe eines Kindergartens gegangen, wenn ich nicht 100 % von seiner freundlichen Schafhaftigkeit überzeugt wäre? Was, wenn nun eins der Kinder nach Hause geht umd dort erzählt, im Kindergarten wäre ein Hund gewesen, der sie gejagt hätte?

Ich bin fassungslos. Und traurig. Und überlege mir sehr gut, ob ich weiterhin gewillt bin, Stadtkindern ein Stück Natur näher zu bringen. Heute nicht mehr…

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19 Antworten zu Fassungslos

  1. giftigeblonde schreibt:

    Die Kinder können ja nix dafür 😦
    Aber dieser Tante hätte ich schon was erzählt in einer ruhigen Minute, das ist ja Anti-Erziehung.
    lg. Sina

  2. noemiebeidenzwergen schreibt:

    Das ist ja schlimm, und dann wundert man sich, wenn diese Kinder einen falschen Eindruck von unseren Tieren bekommen….

  3. meinesichtderwelt schreibt:

    So eine Situation hinterlässt sprachlos, wo deutliche Worte angebracht sind. Schade, dass Rüdiger nicht mal die doofe Tante jagen würde? Die hätte es verdient! Liebe Grüße von Doris

  4. Erika Laufer schreibt:

    Lass Dich bitte durch dieses Erlebnis nicht entmutigen. Sollte wieder jemand deinen Hund als Druckmittel gebrauchen, stelle es richtig. Manchmal denken Menschen erst nach dem Reden.
    Lieber Gruß
    Erika

  5. frauhilde schreibt:

    Ja, fein. In Sekunden die ganze Arbeit zunichte gemacht … Ich glaub, mit der Dame sollte man mal das eine oder andere (auf)klärende Wort wechseln! :/

  6. pimalrquadrat schreibt:

    Lass bitte nicht die Stadtkinder darunter leiden, dass die Dame eine Stinkmorchel ist. Ich bin selber Stadtkind und was war ich begeistert von den Besuchen bei den Großeltern aufm Land, mit Schafen, Hasen, einem lieben Cocker-Spaniel. 🙂

    Das sind Erlebnisse, die für mehr und mehr Kinder zur absoluten Seltenheit werden…

    • daslandei schreibt:

      Lieber und Cockerspaniel schließt sich doch aus 😉 – Spaß!

      Nein, alles gut, ich gehe auch wieder und wieder in den Kindergarten – es gibt tatsächlich Kinder, die noch nie ein Tier angefasst haben 8o

      • pimalrquadrat schreibt:

        Boah, du fieses, faules Ei du! 😛 😉
        Das war soo eine liebe, das glaubst du kaum. Sie bekommt noch mal einen eigenen Blogeintrag, aber hier so viel: einen angenehmeren Hund gibt es kaum. 🙂

        Ja, hier, ich! Ohne meinen Opa wär ich auch so eines gewesen. Woher denn auch? Etliche Vermieter sind ja absolut gegen Haustiere, die sowieso (viel) Geld kosten und sich nicht jeder leisten kann, von der unglücklichen Stadtlage ganz zu schweigen. Und Kühe, Schafe, Ziegen, die gibts nicht in der Stadt. Streichelzoo bleibt da noch…

      • daslandei schreibt:

        War doch ein Spaß 😉 die meisten Cocker sind halt irgendwie einfach… ein bißchen anders :p 😉

      • daslandei schreibt:

        Geld kosten Haustiere – ja. Ob sie wirklich so viel kosten, wie oft von (meist Nichthaustierhaltern) angegeben, sei mal dahin gestellt. Kommt natürlich aber auch immer auf das Tier und die eigenen Ansprüche an.

      • pimalrquadrat schreibt:

        Stimmt wohl. Aber als „Anfänger“ macht man im Bereich Haustier lieber alles doppelt richtig, und kauft eher mal teurere Sachen. Da erwirbt man sicher im Laufe der Zeit einiges an Gelassenheit.

        Mein Opa hatte ausschließlich Cocker. Waren immer nett zu mir. 🙂

  7. lunadraconis2014 schreibt:

    Ich würde es nicht ganz so eng sehen, glaube ich.
    Sowas ist schnell daher gesagt und hatte sicherlich nicht den Sinn, den Kindern Angst zu machen.
    Klar, ist es blöd, sowas als „Druckmittel“ zu verwenden, aber ich merk ja selber, dass ich selber auch ständig sowas sage wie „Wenn du nicht brav bist, will die Mama nicht mehr mit dir kuscheln“ oder „wenn du weiter so bockig bist, lasse ich dich hier“.
    Da würde ich mich nicht so frusten lassen, das war sicherlich weder gegen den Hund noch deine Erziehung gerichtet oder so.

    LG
    Yasmin

    • daslandei schreibt:

      Danke dir für deinen Kommentar. Aber für Kinder das „gejagt werden von einem fremden Hund“ als Druckmittel einzusetzen finde ich völlig daneben und hat m. E. eine ganz andere Qualität als die von dir genannten Beispiele.
      Ich sehe das auch weniger unter dem Aspekt „Kritik an meiner Erziehung“ sondern unter dem Aspekt einer vollkommenen Falschaussage, die Kinder, die uu noch nie Berührung mit einem Tier hatten, schnell sehr negativ beeinflussen können.

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